Stehende Ovationen für Fritz Winterhalter

Das Jahreskonzert des Musikvereins Schlatt am vergangenen Samstag bildete den würdigen Rahmen für die Ehrung zweier verdienter Musiker. Die langjährigen Leistungsträger, die zusammen beachtliche 100 Jahre Musizieren aufweisen können, erhielten von Verbandsdirigenten Hellmut Blaudszun die Ehrung des Verbandes. Sie haben mit unterschiedlichen Instrumenten angefangen. Inzwischen sind beide Mitglieder im Posaunenregister.
Uwe Schäfer musiziert seit 40 Jahren und anfangs in mehreren Musikvereinen. Zunächst spielte er in Bad Krozingen das Horn. In dieser Zeit war er ein ausgezeichneter Hornist und begehrter Aushilfsmusiker in den umliegenden Ortschaften. So half er 1990 auch in Schlatt aus, wo er dann kleben blieb. Tätig war er auch im Vorstand und dirigierte zweitweise die  Jugendkapelle. Nach einem Arbeitsunfall konnte er nicht mehr Horn spielen und verstärkt nun mit der Basstrompete das Posaunenregister. Durch seine witzige Art und positive Grundeinstellung sorgt er immer für gute Laune und viele lustige Abende. Auch Vorstand Marco Nolde ehrte den Musikkameraden. Er übergab als kleines Dankeschön einen Pflanzengutschein, da Uwe auch ein sehr passionierter Gärtner ist.
Fritz Winterhalter hat beachtliche 60 Jahre vorzuweisen. Die Liste seiner Verdienste ist sehr lang. So war er mehrere Jahre im Vorstand tätig und ist ein sehr zuverlässiger und verantwortungsvoller Musikkamerad. Selbst das eine oder andere Zipperlein, das sich mit 79 Jahren dann doch mal einstellt, kann ihn nicht davon abhalten, regelmäßig in die Probe zu kommen. Musik ist für ihn die beste Medizin. Ansonsten hält er sich mit Fahrradfahren fit. Immer voller Energie und mit sicherem Taktgefühl bereichert er das Posaunenregister. Mit viel Musikalität und Begeisterung spielen auch Kinder und Enkel im Verein mit. Nicht nur zu ihnen hat Fritz ein gutes Verhältnis. Er bedankte sich für die Ehrung und vor allem für den tollen Zusammenhalt zwischen Alt und Jung im Verein. Vom Vereinsvorstand erhielt Fritz Winterhalter als kleine Anerkennung für seine großen Verdienste einen Gutschein eines Fahrradgeschäfts.
Mit dem Marsch Albula fand die Ehrung einen feierlichen Abschluss.
 
Konzert „Helden und Abenteurer“ in Schlatt
 
Viele ergreifende und spannende Momente erlebten die Konzertbesucher am letzten Samstag in Schlatt. Unter der Leitung von Dirk Hausen malten die drei Orchestergruppen mitreißende Klangbilder zum Konzertmotto „Helden und Abenteurer“ in der voll besetzten Quellenhalle.
Zur Einstimmung zeigte das Vororchester Schlatt-Biengen bereits viel sicheres Rhythmusgefühl bei Stücken wie Pablo’s Paso Doble von Peter Kleine Schaars und Siyahamba von Luigi di Ghisallo. Das Publikum entließ die Jungmusiker nicht ohne Zugabe.
Sehr souverän und wohlklingend zeigten sich auch die Nachwuchsmusiker der Jugendkapelle Schlatt-Biengen. In bester Intonation erklangen Soundtracks aus den James-Bond-Filmen und aus Gladiator. Nach der temperamentvoll gespielten Filmmusik aus Fluch der Karibik durfte auch die Jugendkapelle nur mit Zugabe von der Bühne.
Freuen konnten sich Matthias Graffelder, Sina Reiber, Ronja Seywald und Lenia Sutter über die erfolgreich bestandene Prüfung für das Leistungsabzeichen in Bronze. Lars Nolde und Luzia Winterhalter absolvierten das Jungmusikerabzeichen in Silber. Vor der Pause überreichte  Verbandsdirigent Hellmut Blaudszun die Urkunden. Von der Jugendleiterin Jana Nolde erhielten die Nachwuchsmusiker als kleine Anerkennung einen Kinogutschein.
Mit viel Power begann das Gesamtorchester seinen Konzertpart. Das hohe Blech überzeugte bei der anspruchsvollen Glory Fanfare von Otto M. Schwarz. Darauf folgten in zackigem Tempo die Themen aus dem Film Die Legende des Zorro. Charmant und unterhaltsam führten Jana und Vera Nolde durch das Programm. Sehr gefühlvoll erklang Hogwart’s Hymne aus Harry Potter und der Feuerkelch von Patrick Doyle gefolgt vom lebhaften Hogwart’s Marsch. Einfühlsam interpretierten die Schlatter die Passagen in Der Mann in der eisernen Maske, die seine Leiden wiederspiegeln. Zwischendrin war aber auch viel Lebensfreude spürbar. Der Arrangeur Willy Fransen hatte diese Aufgabe vor allem den Flöten übertragen, was diese auch gekonnt vermitteln konnten. So turbulent wie das Leben von Don Quixote gewesen sein muss, war auch der nächste gleichnamige Marsch. Zwischen technisch sehr anspruchsvollen Parts war die Aufgabe der Musiker auch zwei Takte Tumult zu produzieren, was diese zur Überraschung der Zuschauer mit viel Temperament erledigten. Rhythmisch anspruchsvoll und gekonnt umgesetzt war Die Legende des antiken Helden der absolute Konzerthöhepunkt. In musikalisch phantasievoller Weise erschuf der Komponist Benjamin Yeo Klangbilder von harten Kämpfen auf dem Schlachtfeld. Die vier Schlagzeuger demonstrierten in eindrucksvoller Weise die ganze Bandbreite ihrer Virtuosität. Der antike Held siegt und wird gefeiert, was sich in wunderschönen Melodien widerspiegelt. Mit dem Marsch Hermes von Hayato Hirose erfüllten die Schlatter Musiker den dringenden Wunsch des Publikums nach einer Zugabe.
Die Konzertbesucher kamen jedoch nicht nur musikalisch voll auf ihre Kosten, sondern gewannen mit etwas Glück auch einen Preis der reichhaltigen Tombola im Wert von 3000 €. Als Gewinne gab es zum Beispiel einen Reisegutschein im Wert von 300 €, einen Rundflug, mehrere Weinkisten von Schlatter Winzern oder Getränkegutscheine.