Gründung und Nachkriegszeit

Kurz nach dem ersten Weltkrieg, im Frühjahr des Jahres 1919, gründeten neun junge Männer aus Schlatt eine Musikkapelle. Fritz Bürkle, Erwin Engler, Fritz Frey, Franz Fliegauf, Albert Isenmann, Josef Maier, Josef Seywald, Fritz Zeller und Josef Zeller besorgten sich durch Spenden und vielfältige Arbeiten, z.B. in den Weinbergen, das nötige Geld zur Anschaffung von Instrumenten. So findet sich in den Unterlagen des Vereins noch ein Schuldschein, ausgestellt von Frau Kunigunde Schrenk, die den Musikern 1.500,- DM geliehen hat. Die Originalrechnungen belegen den Kauf von dreizehn Instrumenten am 11. Mai 1919 bei der Firma Lehmpfuhl in Freiburg. Erster musikalischer Leiter wurde Arthur Schillinger, während Hauptlehrer Anton Münkel als Erster Vorsitzender und Albert Isenmann als zweiter Vorsitzender die Führung des Vereins übernahmen. In der ersten Generalversammlung am 10.7.1921 war die Kapelle bereits auf 13 Mann angewachsen, zusammen mit 18 passiven Mitgliedern stimmte man über die vorgelegten Statuten ab. 

Nach den beschwerlichen Anfängen, die geprägt waren durch die finanzielle Misere der Wirtschaftskrise, aber auch durch den Idealismus der "Männer der ersten Stunde", errang der Musikverein Schlatt bereits 1927 unter dem Dirigenten Hermann Schillinger bei einem Preisspielen in Hartheim den 1a-Preis. Schon damals wurden Sommernachtsfeste am Feiertag Peter und Paul abgehalten und Veranstaltungen im Gasthaus Quelle durchgeführt. Die Reparatur der Instrumente führte Schmiedemeister Konrad Schutzbach kostenlos durch.

In der Zeit zwischen 1930 und 1939 gingen die Vereinsaktivitäten stark zurück. Noch 1937 übernahm Andreas Winterhalter die Leitung der Kapelle, die im Oktober 1938 als letzte eingetragene Einnahme bei der Wirtschaftseröffnung des Gasthauses „Hirschen“ musizierte. Während des Zweiten Weltkrieges erlosch das Leben des Vereins, nicht zuletzt, weil ein Grossteil der Musikanten zur Wehrmacht eingezogen wurde und einige nicht mehr zurückkamen, da sie als Soldaten ihr Leben lassen mussten.

 

Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Jahre 1947 gab es unter dem Dirigenten August Schieß mit 20 Musikanten einen neuen Anfang. Unter der Führung von Georg Rhino als 1. Vorsitzenden zählte der Verein schon damals 73 passive Mitglieder. 1950 übernahm Arthur Schillinger den Taktstock ein zweites Mal. Nach dessen Tod dirigierte das passive Vorstandsmitglied Alfons Kind den Musikverein, ab 1953 hatte er zusätzlich das Amt des 1. Vorsitzenden inne.